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1990 - 2000

Kontinuierliche Arbeit zum Wohl der Bürger

Der Volksentscheid zum „besseren Müllkonzept“ am 17. Februar 1991 erforderte schon kurz nach den zahlreichen Wahlen 1990 erneut alle Kraftanstrengungen des Ortsverbandes. Ging es hier doch v.a. auch um Information und Werbung  für das Konzept der Bay. Staatsregierung, das direkt an der Basis dem Bürger durch den Ortsverband am ehesten nahegebracht werden konnte.

Durch Infostände und Wurfsendungen konnte das Informationsbedürfnis befriedigt werden.

Nicht nachgelassen hat der Ortsverband in all den Jahren bei der regelmäßigen Abhaltung von Monatsversammlungen, bei denen regionale, kommunale, aber immer wieder auch landes- und bundespolitische Themen im Mittelpunkt standen.

Beispielhaft seien hier nur Versammlungen zu den Themen „Dorfplatzgestaltung“, „Konzessionsabgabe“, „Bau der Mehrzweckhalle“, „Ortsumgehung“, „Deutsche Einheit“, „Asylrecht“, „Pflege­ver­si­che­rung“ angeführt.

Der Mitgliedsstand erholte sich nach einem zwischenzeitlichen Einbruch auf den Tiefststand von 115 Mitgliedern auf ca. 120 Mitglieder Anfang der 90er Jahre.

Ein nicht zu unterschätzender Pluspunkt und Grundvoraussetzung für die Aktivität im Ortsverband war die stete Mitwirkung nicht nur der Vorstandsmitglieder, sondern auch der sog. „einfachen Mitglieder“, die bei zahlreichen Postwurfsendungen bei Wahlen, aber auch Plakatierungen immer bereitwillig zur Verfügung standen.

Unermüdlicher Motor war freilich seit 1979 der Ortsvorsitzende Hans-Georg Drummer, der nicht nur engagiert und selbstlos den Ortsverband lenkte und mit Ideen anreicherte, sondern auch eine optimale Mitgliederbetreuung begründete, die bis heute anhält.

So werden die Mitglieder nicht nur bei „runden“ Geburtstagen durch eine Abordnung des Vorstandes besucht, sondern es erhält jedes Mitglied bei jedem Geburtstag eine Glückwunschkarte. Daneben begleitet der Ortsverband seine Mitglieder mit Glückwün­schen bei Hochzeiten, Hochzeitsjubiläen und sonstigen Feierlichkeiten, aber auch bei Trauerbekundungen und Beerdigungen.

Ein besonderes Anliegen war dem Vorsitzenden Drummer immer wieder auch das "Eingebunden sein" und die entsprechende Präsenz und der Kontakt zum CSU-Kreisverband und Bezirksverband, der rege unterhalten wurde. Nicht unerwähnt bleiben darf, dass der Vorsitzende Drummer zugleich in diesen Jahren Fraktionssprecher der CSU-Gemeinderatsfraktion war und damit auch die Vorbereitung und Leitung der monatlichen Fraktionssitzungen übernahm.

Nachdem bei der Ortshauptversammlung am 24. März 1993 weder die FU-Vorsitzende Marianne Rieger nach vier Jahren Amtszeit noch Bürgermeister Beutl nach insgesamt 16 Jahren Amtszeit erneut für den Posten des stellv. Vorsitzenden zur Verfügung standen, wählte die Mitgliederversammlung Jürgen Bier und Hanna Sobolewski zu jeweils stellvertretenden Vorsitzenden. Als Beisitzer wurden erstmals zusätzlich Franz Mätz und Manfred Rauscher berufen.


Rückgang des Versammlungsbesuchs

Mangelnder Versammlungsbesuch und ein erneuter Rückgang der Mitgliederzahlen auf 111 Mitglieder hatten ihre Ursachen v.a. in einer sich verändernden Gesellschaft, die durch neue technische Möglichkeiten und den Aufbau neuer Medien eine Vielfalt an Informationsalternativen geboten wurde. Die Rolle der Parteien als Übermittler der „großen Politik“ fiel mehr und mehr aus.

Dennoch bemühte sich der Ortsverband auch in diesen Jahren seinen Auftrag zur internen Meinungsbildung weiter aufrechtzuerhalten.

Überschattet wurden diese Jahre auch durch eine parteiinterne Absetzbewegung, die ihre Ursache sicherlich auch in den veränderten Mehrheitsverhältnissen im Gemeinderat hatte. Der CSU-Bürgermeister Beutl und die CSU-Fraktion konnten durch die FWG/SPD-Mehrheit im Gemeinderat ohne weiteres überstimmt werden. Von dieser Möglichkeit wurde immer wieder auch Gebrauch gemacht, was einzelne Mitglieder, die teilweise auch dem Gemeinderat angehörten dazu bewog, selbst in den Chor der Kritiker einzustimmen, um daraus politisches Kapital zu schlagen.


Superwahljahr 1994

Erneut drei Wahlgänge (Europawahl, Landtags- und Bezirkstagswahl, Bundestagswahl) hatte der Ortsverband innerhalb von nur fünf Monaten zu bestehen.

Mit jeweils 50,4 % (Europawahl am 12. Juni 1994), 52,7 % (Landtagswahl am 25. September 1994) und 51,9 % (Bundestagswahl am 16. Oktober 1994) erreichte die CSU in Tegernheim nahezu den jeweils landesweit erreichten Durchschnitt der Stimmen.

Bei der Ortshauptversammlung am 06. März 1995 setzte sich der Vorsitzende Hans-Georg Drummer gegen seine Gegenkandidatin Marianne Rieger als 1. Vorsitzender durch. Für Frau Hanna Sobolewski wurde Kreisrätin Erika Weigert neben Jürgen Beier als stellvertretende Vorsitzende neu gewählt. Odilo Eder wurde erstmals als Beisitzer gewählt.

Auch im Kreisvorstand war der CSU-Ortsverband in diesen Jahren überaus stark vertreten, da neben dem CSU-Ehrenkreisvorsitzenden Leonhard Deininger auch JU-Kreisvorsitzender Hubert Winkler und die Kreisrätin Erika Weigert einen Sitz in der Kreisvorstandschaft inne hatten.


Ende der Ära Beutl

Nach 18 Jahren im Amt des 1. Bürgermeisters verzichtete Karl Beutl bei der Kommunalwahl 1996 darauf, erneut anzutreten. Die Gemeinde hat unter seiner Verantwortung eine wesentliche Entwicklung genommen, so formulierte es CSU-Ortsvorsitzender Drummer bei der Jahreshauptversammlung am 29. April 1996, wenige Tage vor der Abgabe der Amtsgeschäfte an den neu gewählten Bürgermeister.

Die notwendigen Vorentscheidungen für die Kommunalwahlen 1996 traf der CSU-Ortsverband bereits auf der Ortshauptversammlung am 08. November 1995, auf der Johann Weigert zum Bürgermeisterkandidaten und eine Liste von 16 Gemeinderatskandidaten bestimmt wurden.

Zahlreiche altgediente und langjährige Gemeinderäte wie Hans-Georg Drummer, Gerhard Haberkorn, Rupert Kollmannsberger und Max Wolf verzichteten auf eine neue Kandidatur und machten damit Platz für einen Generationswechsel bei den Gemeinderatsbewerbern.

Nach der Gemeinderatswahl, bei der nur mehr sieben CSU-Kandidaten den Einzug in das Gemeindeparlament schafften, waren insgesamt fünf neue Gemeinderäte, nämlich Johann Weigert, Jürgen Beier, Odilo Eder, Alfred Federl und Reinhard Mölzl. Bemerkenswert war v.a. der Einzug von Odilo Eder, der als Ersatzkandidat von Platz 16 direkt den Sprung auf Platz 7 und damit in den Gemeinderat schaffte.

Enttäuschend aus Sicht des Ortsverbandes war neben dem Verlust eines weiteren Gemeinderatsmandats v.a. das Nichterreichen der Stichwahl durch den CSU-Bürgermeisterkandidaten Johann Weigert. Lediglich 10 Stimmen fehlten ihm, um gegen SPD-Kandidaten Herbert Wesselsky in die Stichwahl zu kommen.

Gewählt wurde schließlich der Kandidat der FWG und langjährige CSU-Gemeinderat und Kreisrat Karl Hofer.

Die Parteiarbeit wurde neben tagespolitisch aktuellen Versammlungen zur „Zukunft des Sozialstaates“ (mit Maria Eichhorn, MdB) und zu den „Chancen Deutschlands in einem geeinten Europa“ (mit stellv. JU-Bezirksvorsitzenden Bernhard Kotsch) um eine gesellschaftliche Veranstaltung mit dem Humoristen Toni Lauerer erweitert, die große Resonanz bei der Bevölkerung fand.


Generationswechsel im Ortsverband

Der bei der Kommunalwahl im März 1996 erfolgte Generationswechsel fand seinen Niederschlag auch bei der Neuwahl des Ortsvorstandes am 05. März 1997.

Nach 18 Jahren erfolgreicher und den Ortsverband prägender Arbeit legte 1. Vorsitzender Hans-Georg Drummer sein Amt nieder und begründete dies u.a. damit, der jungen Generation Verantwortung zu übertragen.

Alfred Schnaitter, der über 23 Jahre alle Versammlungen und Sitzungen der Organe des Ortsverbandes protokollierte, kündigte ebenso wie Gerhard Haberkorn nach 16 Jahren als Kassier seinen Rückzug an.

Die Neuwahlen erbrachten einen nahezu vollständigen Wechsel an der Ortsverbandsspitze. Jürgen Beier wurde Ortsvorsitzender, Wolfgang Hofer wurde neben der bisherigen stellvertretenden Vorsitzenden Erika Weigert zum stellv. Vorsitzenden gewählt. Als Kassier übernahm Richard Lang und als Schriftführer Stefan Meyer die Verantwortung. Neu als Beisitzer in die Ortsvorstandschaft kamen Alfred Federl und Hans Eibl.

Ausdrücklich gewünscht wurde von den neuen Vorstandschaft eine einvernehmliche und gedeihliche Zusammenarbeit zwischen neuen und altgedienten Kräften.


Neuer Elan

Mit frischem Elan ging die neue Vorstandschaft zu Werke und konnte bereits im Jahre 1997 zu insgesamt 14 Veranstaltungen u.a. zu den Themen „Religiöser Fundamentalismus“ (Viktor Schulz-Klingauf), „Innere Sicherheit“, „Reform des Senats“ (Senator Prof. Schumann) einladen.

Die Mitgliederzahl spiegelte leider das Engagement nicht wieder, da v.a. bedingt durch eine große Zahl an Wegzügen die Mitgliederzahl auf 110 sank.

Zum ersten Mal wurde im April 1998 ein Starkbierfest von den Tegernheimer CSU organisiert, das sich in den nächsten Jahren zu einer festen Einrichtung etablieren sollte und bei der Bevölkerung nach wie vor auf große Resonanz stößt.

Initiiert wurde auch eine CSU-Zeitung, die unter dem Namen „Der Tegernheimer“ mit Artikeln zur Kommunalpolitik und zu aktuellen landes- und bundespolitischen Themen Informationsgehalt bringen sollte.

Bei den Landes- und Bezirkstagswahlen lag bei geringen Zugewinnen auch das Ergebnis der CSU in Tegernheim im landesweiten Schnitt. Als Attraktion organisierte der Ortsverband anlässlich der Wahlen ein Quiz, bei dem Reisen nach Berlin, Bonn und München sowie Sachpreise ausgesetzt wurden.

Bei der Ortshauptversammlung am 22. März 1999 wurde die Vorstandschaft bestätigt. Stellvertretender Vorsitzender Wolfgang Hofer, der aus Tegernheim verzogen war wurde durch Peter Englbrecht ersetzt. Gudrun Bösl übernahm das Amt der Schriftführerin.


Regierungswechsel in Berlin

Eine schwere Niederlage erlitt die CDU/CSU bei der Bundestagswahl 1998, deren Ergebnis auch in Tegernheim zum schlechtesten Bundestagswahlergebnis seit Bestehen des Ortsverbandes führte.

Die in der Folgezeit eintretende Schwächephase der neuen Regierung Schröder führte zu einem Mitgliederboom im Ortsverband. Insgesamt sieben Neumitglieder konnten innerhalb weniger Monate geworben werden.

Das Europawahlergebnis von 64,9 % gehört auch in Tegernheim zu den besten, selbst wenn man alle Wahlen mit einbezieht.

Hart umstritten war zu dieser Zeit in der kommunalpolitischen Auseinandersetzung v.a. der Umbau der Hauptstraße und die Einrichtung eines Jugendtreffs. Bei kommunalpolitischen Veranstaltungen wurden auch diese Diskussionspunkte immer wieder thematisiert. Angeboten wurden daneben Informationsveranstaltungen u.a. zu den Themen „Liberalisierung des Energiemarktes“ (REWAG), „Agenda 21“ (Ltd. Regierungsdirektor Merk).

Auf große Resonanz stieß 1999 auch die Unterschriftenaktion „Ja zur Integration – nein zur doppelten Staatsbürgerschaft“, die über 400 Bürgerinnen und Bürger dazu bewog ihre Meinung zu äußern.



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